Wahrnehmungen entstehen und wachsen mit unserer persönlichen Wirklichkeit. Unsere Wirklichkeit beruht auf unseren Erfahrungen, Glaubenssätzen und Wertesystemen. Wir alle besitzen eine ganz persönliche und einzigartige Landkarte im Gehirn.

Wir nehmen wahr, egal ob bewusst oder unbewusst. Und bei uns allen entsteht eine ganz persönliche und einzigartige Wahrheit. Denn alles was wir wahrnehmen, wird laufend mit unseren gespeicherten Vorstellungen, Konstrukten und Schemata abgeglichen.

Anders gesagt:

Was du als Wirklichkeit ansiehst, entspricht nicht der Wirklichkeit deines Gegenübers.
Gerne nenne ich hier ein Beispiel: Wenn du einer Person gegenübersitzt und dir den Buchstaben «M» gross auf ein Blatt Papier zeichnest, dann siehst du ein «M». Dein Gegenüber jedoch ein «W». Hättet ihr noch eine dritte Person am Tisch, könnte diese je nach Perspektive auch das «Summenzeichen» sehen.

Es kommt daher ganz darauf an, durch welche Brille und welche Perspektive du deine Wirklichkeit wahrnimmst.

 

Unsere Wahrheit erkennen und annehmen

Ein erster Schritt für eine bewusste Wahrnehmung ist, dass du dich und deine Empfindungen annimmst. Jedoch in dem Bewusstsein, dass es eine Wahrnehmung von vielen ist. Für dich aber in diesem Moment deiner einzigen Wahrheit entspricht.

Wie achtsam nimmst du dein Umfeld, deine Gefühle und deine innere Stimme wahr?

Wie bewusst ist es dir, dass jeder Mensch seine ganz eigene Wahrheit zu Dingen, Gefühlen und «richtigen» Handlungen etc. hat?

 

Wahrnehmung verändern

Wenn wir wieder lernen, diese Empfindungen in uns selbst zu beobachten, dann können wir diese nicht nur bewusst wahrnehmen und erkennen, sondern in einem weiteren Schritt auch verändern.
Eine gezielte Steuerung der Aufmerksamkeit und Wahrnehmungsstrategien können uns dabei unterstützen, unsere Empfindungen anzunehmen, sie frei fliessen zu lassen oder sogar zu verändern.

 

Den inneren Beobachter / die innere Beobachterin schulen

Damit wir unser Leben wieder bewusst wahrnehmen und aktiv gestalten können, bedarf es der Schulung unseres inneren Beobachters / der inneren Beobachterin.

Je besser dieser innere Anteil in uns geschult wird, desto mehr lernen wir uns selbst kennen. Wir können lernen, welche Bedürfnisse uns wirklich wichtig sind. Welche Werte- und Glaubenssysteme uns vielleicht nicht mehr dienlich sind. Wir lernen unseren Körper in seinen Reaktionen zu verstehen und können auch dementsprechend handeln. Unsere Kommunikation mit Mitmenschen wird verständnisvoller und weniger wertend als zuvor.

Es geht nicht darum, dass wir uns selbst bestrafen und anzweifeln, weil wir angeblich eine falsche Brille aufhaben oder aus der falschen Perspektive auf etwas blicken. Es geht darum, zu beobachten, wer du wirklich bist. Wie du fühlst, was du denkst, weshalb du so denkst und fühlst, weshalb du diese Wirklichkeit wahrnimmst. Und es ist alles gut so wie es ist. Du bist genau richtig, so wie du empfindest.
Wichtig ist jedoch, dass dir bewusst ist, dass du jederzeit die Möglichkeit hast, anders wahrzunehmen und anders zu verstehen. Jeden einzelnen Moment hast du die Chance, das alles zu verändern. Die Voraussetzung dafür ist jedoch, dass du bewusst wahrnimmst und deinen inneren Beobachter / die innere Beobachterin schulst!
Dies kann dir auch die Kommunikation mit deinen Mitmenschen erleichtern. Denn wenn du weisst, wer du bist und weshalb du wie fühlst etc., dann kannst du dies auch in deiner Kommunikation mitteilen und es kommt viel weniger zu Konflikten, Abwertungen oder «aneinander vorbeireden».
Wenn die Wirklichkeit deines Kommunikationspartners transparent gelegt wird, habt ihr die Möglichkeit einander zu verstehen und wertzuschätzen. Es kann dir auch die Möglichkeit geben, deine Wirklichkeit zu erweitern oder verändern. Denn aus zwei Wahrheiten können sich viele neue entwickeln und vielleicht ist es genau diese, die dir beim Erblühen hilft.

 

Meine Übung für dich:

Schritt 1: Innerer Beobachter / innere Beobachterin durch bewusstes Wahrnehmen schulen und damit dich selbst besser kennen und annehmen lernen.

Schritt 2: Deine Kommunikation mit Mitmenschen durch die gesammelten Erfahrungen in Schritt 1 vertiefen und verbessern. Dies führt zu mehr Wertschätzung und bereichernden Gesprächen.

Schritt 3: Den Mut haben, deine Wirklichkeit zu behalten, ergänzen oder zu verändern.